Von der 0 zur 8 – mein Weg zurück ins Leben Danke, dass ich nicht aufgegeben habe
Vor einiger Zeit habe ich mich hingesetzt und mir selbst einen Brief geschrieben. Einen Dankesbrief. Nicht, weil alles gut ist. Nicht, weil ich „fertig“ bin mit meiner Trauer. Sondern weil ich einmal bewusst hinschauen wollte: „Was habe ich eigentlich in diesem Jahr alles geschafft?“
Wenn ich ehrlich bin, gab es eine Zeit, da hätte ich auf einer Skala von 0 bis 10, von „es geht nicht mehr weiter“ bis „das Leben fühlt sich wieder gut an“, wahrscheinlich eine 1 angekreuzt. Vielleicht auch eine 0. Ich habe keinen Sinn mehr gesehen. Ich hatte das Gefühl, ich komme da nie wieder raus.
🤍Als ich dachte, ich komme da nicht mehr raus
Mein Fokus war nur noch auf Sven gerichtet. Wenn ich Bilder im Kopf hatte, dann immer mit ihm.
Sven mit unseren Freunden.
Sven mit mir im Urlaub.
Sven mit mir hier im Haus.
Es gab kein Bild ohne ihn und genau das hat es so verzweifelt gemacht. Weil ich mir einfach kein „Danach“ vorstellen konnte. Kein Leben, das nicht automatisch ihn beinhaltete. Mein ganzes Denken war rückwärtsgerichtet. Alles drehte sich um das, was war und nicht mehr um das, was noch sein könnte. In diesen Momenten fühlte es sich an, als wäre mein Leben stehen geblieben.
🤍Der erste kleine Perspektivwechsel
Ganz langsam, wirklich langsam, habe ich gemerkt, dass sich mein Blick ein kleines Stück weitet. Nicht, weil ich weniger an Sven gedacht habe. Sondern weil ich irgendwann spürte, es gibt auch ein Leben ohne ihn. Anders. Aber es gibt es.
Neue Begegnungen kamen. Neue Gespräche. Neue Möglichkeiten.
Plötzlich habe ich erlebt, dass ich Dinge auch allein schaffe. Nicht genauso wie früher, aber auf meine Weise. Was mir besonders geholfen hat, war dieser Gedanke: „Was würde Sven jetzt sagen? Was würde er tun?“ Ich habe aufgehört, ihn nur im Gestern zu suchen und begonnen, ihn innerlich mitzunehmen. In meine Entscheidungen. In meine Gespräche. In mein Weitergehen. Genau das hat etwas verändert. Nicht im Außen, sondern in mir.
🌱Mehr bei mir ankommen
In dieser Zeit habe ich angefangen, mir bewusst Raum zu nehmen. Ich habe begonnen zu meditieren. Früher war das nicht mein Weg. Heute ist es ein Anker. Einfach still werden und meine Gedanken wahrnehmen. Mich selbst wieder spüren.
Die Welt draußen ist laut, schnell und voll. Und in der Trauer verliert man sich oft darin. Dieses bewusste Bei-mir-Sein hat mir geholfen, nicht nur im Außen nach Halt zu suchen, sondern in mir. Dadurch habe ich mich neu kennengelernt. Ehrlicher und klarer.
Weniger „Wie sollte ich sein?“
Mehr „Wie bin ich gerade wirklich?“
🤍Ich bin an meiner Seite geblieben
Was mich beim Schreiben besonders berührt hat, war die Erkenntnis, ich war für mich da.
Ich habe funktioniert, ja, aber ich habe nicht nur funktioniert. Ich habe mir Zeit genommen. Ich habe mich immer wieder gefragt: „Was brauche ich gerade?“ Ich habe in mein Herz gehört…in meinen Bauch. Weniger Kopf, mehr Gefühl. Und ich habe meinen Blick geweitet. Nicht alles nur rational erklären wollen, sondern mich auch für Spiritualität geöffnet. Für Gedanken, die größer sind als mein Verstand. Das hat mir Halt gegeben. Es war eine Art Ergänzung…ein Blick über den Tellerrand. Es gab mir Kraft und irgendwie auch ein kleines bisschen Leichtigkeit.
🌱Ich muss nicht alles alleine tragen
Trauer kann sich ziemlich einsam anfühlen. Und ja, es gibt Menschen, die nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Manche ziehen sich zurück. Manche wechseln das Thema.
Aber ich habe auch etwas anderes erlebt.
Wenn ich den Mut hatte, ehrlich zu sagen, wie es mir geht, auch wenn ich es selbst kaum in Worte fassen konnte, dann haben sich Türen geöffnet. Dann gab es Menschen, die zugehört haben.
Und plötzlich war ich gar nicht mehr so allein.
Seitdem weiß ich, wenn ich mich öffne, wenn ich meine Gedanken teile und meine Hand ausstrecke, dann gibt es Menschen, die sie nehmen. Und das werde ich nie vergessen.
🌱Was mir diese Zeit geschenkt hat
Ich weiß nicht, ob „Geschenk“ das richtige Wort ist. Vielleicht ist es eher eine Entwicklung. Eine Reifung. Ein inneres Wachsen. Ich bin jedenfalls heute viel näher bei mir. Ich weiß besser, was mir wichtig ist. Ich schätze Dinge, die nichts mit Besitz oder Status zu tun haben. Es geht mir weniger darum, wie etwas nach außen wirkt. Mehr darum, wie es sich innen anfühlt. Ich möchte meinen Weg gehen. Einen Weg, der sich für mich lebenswert anfühlt. Und ich habe verstanden, wie sehr meine innere Haltung dabei eine Rolle spielt.
Ein einfaches Beispiel:
Wenn du denkst, alle Menschen sind rücksichtslos, dann wirst du vor allem genau das wahrnehmen. Wenn du aber beginnst zu glauben, dass es auch Güte gibt, dann siehst du plötzlich kleine Gesten, freundliche Worte, ehrliche Begegnungen.
Es ist wie mit einem neuen Auto:
Sobald du dich für eine bestimmte Marke interessierst, siehst du sie überall. Nicht, weil sie plötzlich häufiger da ist, sondern weil dein Fokus sich verändert hat.
So ähnlich habe ich es mit meinem Blick auf das Leben erlebt. Am Ende ist es meine innere Haltung, die meinen Weg bestimmt. Ich entscheide jeden Tag neu, worauf ich schaue. Nicht auf das, was fehlt, sondern auf das, was noch möglich ist.
🌱Heute
Heute stehe ich auf meiner Skala bei einer 8. Das hätte ich mir vor einem Jahr nicht vorstellen können. Und allein dafür bin ich unglaublich dankbar.
Mein Dank an mich
In meinem Brief stand unter anderem:
Danke, dass du nicht aufgegeben hast.
Danke, dass du weitergemacht hast, auch an Tagen, an denen du nicht wusstest wie.
Danke, dass du dir Hilfe geholt hast.
Danke, dass du wieder begonnen hast, an das Leben zu glauben.
Und vielleicht mag ich dir heute eine Frage mitgeben:
Wann hast du dir zuletzt selbst gedankt?
Nicht für Leistung oder Perfektion, sondern dafür, dass du durchgehalten hast.
Es braucht keine großen Antworten. Vielmehr reicht es, sich selbst anzuerkennen und zu sagen: „Ich sehe, was du geleistet hast.“
Und vielleicht stellst du dann fest…
Du bist weiter, als du denkst.
Alles Liebe
Peggy
Von der 0 zur 8 – mein Weg zurück ins Leben Danke, dass ich nicht aufgegeben habe
Vor einiger Zeit habe ich mich hingesetzt und mir selbst einen Brief geschrieben. Einen Dankesbrief. Nicht, weil alles gut ist. Nicht, weil ich „fertig“ bin mit meiner Trauer. Sondern weil ich einmal bewusst hinschauen wollte: „Was habe ich eigentlich in diesem Jahr alles geschafft?“
Wenn ich ehrlich bin, gab es eine Zeit, da hätte ich auf einer Skala von 0 bis 10, von „es geht nicht mehr weiter“ bis „das Leben fühlt sich wieder gut an“, wahrscheinlich eine 1 angekreuzt. Vielleicht auch eine 0.
Ich habe keinen Sinn mehr gesehen. Ich hatte das Gefühl, ich komme da nie wieder raus.
🤍Als ich dachte, ich komme da nicht mehr raus
Mein Fokus war nur noch auf Sven gerichtet. Wenn ich Bilder im Kopf hatte, dann immer mit ihm.
Sven mit unseren Freunden.
Sven mit mir im Urlaub.
Sven mit mir hier im Haus.
Es gab kein Bild ohne ihn und genau das hat es so verzweifelt gemacht. Weil ich mir einfach kein „Danach“ vorstellen konnte. Kein Leben, das nicht automatisch ihn beinhaltete. Mein ganzes Denken war rückwärtsgerichtet. Alles drehte sich um das, was war und nicht mehr um das, was noch sein könnte. In diesen Momenten fühlte es sich an, als wäre mein Leben stehen geblieben.
🤍Der erste kleine Perspektivwechsel
Ganz langsam, wirklich langsam, habe ich gemerkt, dass sich mein Blick ein kleines Stück weitet. Nicht, weil ich weniger an Sven gedacht habe. Sondern weil ich irgendwann spürte, es gibt auch ein Leben ohne ihn. Anders. Aber es gibt es.
Neue Begegnungen kamen. Neue Gespräche. Neue Möglichkeiten.
Plötzlich habe ich erlebt, dass ich Dinge auch allein schaffe. Nicht genauso wie früher, aber auf meine Weise. Was mir besonders geholfen hat, war dieser Gedanke: „Was würde Sven jetzt sagen? Was würde er tun?“ Ich habe aufgehört, ihn nur im Gestern zu suchen und begonnen, ihn innerlich mitzunehmen. In meine Entscheidungen. In meine Gespräche. In mein Weitergehen. Genau das hat etwas verändert. Nicht im Außen, sondern in mir.
🌱Mehr bei mir ankommen
In dieser Zeit habe ich angefangen, mir bewusst Raum zu nehmen. Ich habe begonnen zu meditieren. Früher war das nicht mein Weg. Heute ist es ein Anker. Einfach still werden und meine Gedanken wahrnehmen. Mich selbst wieder spüren.
Die Welt draußen ist laut, schnell und voll. Und in der Trauer verliert man sich oft darin. Dieses bewusste Bei-mir-Sein hat mir geholfen, nicht nur im Außen nach Halt zu suchen, sondern in mir. Dadurch habe ich mich neu kennengelernt. Ehrlicher und klarer.
Weniger „Wie sollte ich sein?“
Mehr „Wie bin ich gerade wirklich?“
🤍Ich bin an meiner Seite geblieben
Was mich beim Schreiben besonders berührt hat, war die Erkenntnis, ich war für mich da.
Ich habe funktioniert, ja, aber ich habe nicht nur funktioniert. Ich habe mir Zeit genommen. Ich habe mich immer wieder gefragt: „Was brauche ich gerade?“ Ich habe in mein Herz gehört…in meinen Bauch. Weniger Kopf, mehr Gefühl. Und ich habe meinen Blick geweitet. Nicht alles nur rational erklären wollen, sondern mich auch für Spiritualität geöffnet. Für Gedanken, die größer sind als mein Verstand. Das hat mir Halt gegeben. Es war eine Art Ergänzung…ein Blick über den Tellerrand. Es gab mir Kraft und irgendwie auch ein kleines bisschen Leichtigkeit.
🌱Ich muss nicht alles alleine tragen
Trauer kann sich ziemlich einsam anfühlen. Und ja, es gibt Menschen, die nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Manche ziehen sich zurück. Manche wechseln das Thema.
Aber ich habe auch etwas anderes erlebt.
Wenn ich den Mut hatte, ehrlich zu sagen, wie es mir geht, auch wenn ich es selbst kaum in Worte fassen konnte, dann haben sich Türen geöffnet. Dann gab es Menschen, die zugehört haben.
Und plötzlich war ich gar nicht mehr so allein.
Seitdem weiß ich, wenn ich mich öffne, wenn ich meine Gedanken teile und meine Hand ausstrecke, dann gibt es Menschen, die sie nehmen. Und das werde ich nie vergessen.
🌱Was mir diese Zeit geschenkt hat
Ich weiß nicht, ob „Geschenk“ das richtige Wort ist. Vielleicht ist es eher eine Entwicklung. Eine Reifung. Ein inneres Wachsen. Ich bin jedenfalls heute viel näher bei mir. Ich weiß besser, was mir wichtig ist. Ich schätze Dinge, die nichts mit Besitz oder Status zu tun haben. Es geht mir weniger darum, wie etwas nach außen wirkt. Mehr darum, wie es sich innen anfühlt.
Ich möchte meinen Weg gehen. Einen Weg, der sich für mich lebenswert anfühlt. Und ich habe verstanden, wie sehr meine innere Haltung dabei eine Rolle spielt.
Ein einfaches Beispiel:
Wenn du denkst, alle Menschen sind rücksichtslos, dann wirst du vor allem genau das wahrnehmen. Wenn du aber beginnst zu glauben, dass es auch Güte gibt, dann siehst du plötzlich kleine Gesten, freundliche Worte, ehrliche Begegnungen.
Es ist wie mit einem neuen Auto:
Sobald du dich für eine bestimmte Marke interessierst, siehst du sie überall. Nicht, weil sie plötzlich häufiger da ist, sondern weil dein Fokus sich verändert hat.
So ähnlich habe ich es mit meinem Blick auf das Leben erlebt. Am Ende ist es meine innere Haltung, die meinen Weg bestimmt. Ich entscheide jeden Tag neu, worauf ich schaue. Nicht auf das, was fehlt, sondern auf das, was noch möglich ist.
🌱Heute
Heute stehe ich auf meiner Skala bei einer 8. Das hätte ich mir vor einem Jahr nicht vorstellen können. Und allein dafür bin ich unglaublich dankbar.
Mein Dank an mich
In meinem Brief stand unter anderem:
Danke, dass du nicht aufgegeben hast.
Danke, dass du weitergemacht hast, auch an Tagen, an denen du nicht wusstest wie.
Danke, dass du dir Hilfe geholt hast.
Danke, dass du wieder begonnen hast, an das Leben zu glauben.
Und vielleicht mag ich dir heute eine Frage mitgeben:
Wann hast du dir zuletzt selbst gedankt?
Nicht für Leistung oder Perfektion, sondern dafür, dass du durchgehalten hast.
Es braucht keine großen Antworten. Vielmehr reicht es, sich selbst anzuerkennen und zu sagen: „Ich sehe, was du geleistet hast.“
Und vielleicht stellst du dann fest…
Du bist weiter, als du denkst.
Alles Liebe
Peggy
